Land:
Oreti Estate
Farm: Oreti Estate
Zentralprovinz / Thika (Vulkanboden)
Region: Zentralprovinz / Thika (Vulkanboden)

Das Erbe von Oreti Estate: Pioniergeist in 5. Generation
Die Geschichte einer Dynastie
Die Geschichte der Familie Harries ist untrennbar mit dem kenianischen Kaffeeanbau verbunden. Bereits im Jahr 1904 ließen sich die Vorfahren in der Stadt Thika, in der fruchtbaren Zentralprovinz Kenias, nieder. Was mit einer radikalen Vision begann, wird heute von Boyce Harries in der fünften Generation fortgeführt. Boyce bewirtschaftet die beiden Farmen Chania und Oreti, die als die letzten verbliebenen mittelgroßen Plantagen Kenias gelten – ein echtes Unikat in einer Agrarlandschaft, die sonst fast nur noch von sehr kleinen Kooperativen oder riesigen Großplantagen geprägt ist.

Das Terroir der Oreti Estate
Die Oreti Estate erstreckt sich über 38 Hektar auf einer Höhe von bis zu 1.650 Metern. Ihr Name ist eine Hommage an die Familiengeschichte: Peter Harries benannte das Land nach dem neuseeländischen „Oreti Beach“, dem Ort, an dem sein Vater seine Mutter kennenlernte.

Die Farm liegt auf tiefen, mineralreichen vulkanischen Roterden. Diese Böden bieten die perfekte Grundlage für eine langsame Reifung der Kaffeekirschen, was zu einer außergewöhnlichen Dichte und Komplexität der Bohnen führt. Ein besonderes Merkmal ist der hohe Anteil an Waldflächen (fast 80 Hektar zusammen mit der Nachbarfarm Chania), die als Rückzugsort für die lokale Biodiversität dienen und den Kaffeepflanzen natürlichen Schatten spenden.

Ein Refugium für seltene Varietäten
Während viele Farmen auf Ertrag setzen, bewahrt die Familie Harries botanische Raritäten. Besonders stolz ist man auf die Sorte SL14. Diese Varietät war die erste offizielle „SL“-Züchtung Kenias, wurde aber aufgrund ihrer Krankheitsanfälligkeit fast überall durch robustere Sorten wie SL28 oder SL34 ersetzt. Auf Oreti Estate wird sie wegen ihrer überlegenen Tassenqualität und ihres einzigartigen Aromaprofils bis heute kultiviert. Neben SL14 wachsen hier auch:

  • Roter Bourbon (macht über 50 % des Bestandes aus)
  • SL28 & SL34 (die Klassiker für kenianische Qualität)
  • Batian & K7 (moderne, resistente Sorten)

Soziale Verantwortung und Nachhaltigkeit
Für Boyce Harries endet die Qualität nicht bei der Bohne. Die Farm beschäftigt 40 Vollzeitkräfte, deren Familien fest in die Farmgemeinschaft integriert sind. Während der Erntesaison wächst das Team auf bis zu 300 Mitarbeiter an. Um die Vereinbarkeit von Familie und Arbeit zu fördern, wurde auf der Farm ein eigener Kindergarten eingerichtet, der die Kinder der Mitarbeiter während der Arbeitszeit betreut.

Direkthandel: Von der Pflanze direkt in die Tasse
In Kenia durchläuft Kaffee normalerweise bis zu sieben Zwischenhändler. Die Familie Harries hat durch ihre Organisation und ihr Wissen über die gesamte Lieferkette einen direkten Weg geschaffen. Seit 2017 beziehen wir diesen Kaffee im Direkthandel, was bedeutet, dass ein größerer Teil der Wertschöpfung direkt bei Boyce und seinen Mitarbeitern auf der Farm verbleibt.

Varietät
Blend (SL14, SL28, SL34, Ruiru 11, Batian, K7)
Höhe
1.585 Meter
Aufbereitung (Processing)
fully washed
Gradierung/Zusatz
AB (Specialty Grade)
Screen
15/16
Erntezeit
Oktober – Januar
Ernteart
Manuelle Selektion (Selective Hand-Picking)
Geo-Koordinaten
1.04° S, 37.07° E
Trocknung
Hochbeet / Terrasse